Ein Keloid ist eine Narbe, die nicht aufhört zu wachsen und am Ende viel grösser ist, als die ursprüngliche Naht oder Verletzung. Häufig wird dies mit sogenannten hypertrophen Narben verwechselt, die etwas dicker als gewünscht sind, aber nicht übergross. Gegen die echten Keloide gab es bisher keine befriedigende Therapieoption. Endlich stellt nun die Röntgenbestrahlung eine sichere Alternative dar, die in der letzten Zeit zu exzellenten Ergebnissen geführt hat. Dies zeigen sowohl die Literatur als auch die von uns behandelten Fälle.

Die Röntgentherapie, die in der Dermatologie viele Jahre in Vergessenheit geraten war, erlebt dank neuer moderner Geräte eine Renaissance. In unserer Praxis in Kilchberg steht solch ein modernes Gerät. Wir setzen es in erster Linie zur Behandlung inoperabler Hauttumoren ein, aber die Radiotherapie wirkt auch hervorragend bei der Behandlung von Keloiden.

Keloide sind Narben, die aus unbekannten Gründen krebsartig wuchern und grösser als die ursprüngliche Naht werden, diese Eigenschaften unterscheiden sie von den sogenannten hypertrophen Narben. Sie können auch ohne vorherige Verletzung oder Operation entstehen, manchmal auch erst Monate oder Jahre nach einem Ereignis. Aus unbekannten Gründen ist farbige und asiatische Haut besonders oft betroffen. Zum Glück treten sie viel seltener auf als hypertrophe Narben, sind aber natürlich für die Betroffenen eine schwere Last.
Keloide sind nicht nur hässlich anzusehen, sondern jucken oft auch noch, sind hart und unelastisch und führen zu Bewegungseinschränkungen, wenn sie in der Nähe eines Gelenkes sind. Dem spontanen Impuls mancher Chirurgen, die störende Erscheinung einfach operativ zu entfernen, folgt mit 100%iger Sicherheit ein neues, noch grösseres und dickeres Keloid.

Dermatoskopische Aufnahme eines Keloids

Die Radiotherapie mit den modernen Geräten bietet endlich einen Ausweg aus dieser Sackgasse: Beginnt man unmittelbar nach der Exzision des Keloids mit einer Serie von Röntgenbestrahlungen, wird eine erneute Wucherung des Narbengewebes verhindert, es entsteht eine «normale» Narbe, die wesentlich unauffälliger ist, und vor allem keine Beschwerden mehr macht. Die Bestrahlungen dauern nur wenige Minuten, sind nicht schmerzhaft und nicht gefährlich. Die Umgebung des zu behandelnden Areales wird mit Bleiplatten abgedeckt. Es sind mehrere Sitzungen erforderlich, die Kasse übernimmt sämtliche Kosten.

Radiotherapie an der Nase

Auch gegen «nur» hypertrophe Narben gibt es inzwischen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Hier bieten wir nur noch selten das «altbewährte» Cortison oder die Vereisung. Viel besser wirken der fraktionierte CO2-Laser, aber auch plättchenreiches Plasma (PRP) aus Ihrem eigenen Blut, Radiofrequenz und Kombinationsverfahren, beispielsweise mit Mikroneedling.

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