Übermässiges Schwitzen kann für Betroffene eine erhebliche Belastung darstellen. Flecken an der Kleidung bei Achselschweiss und nasse Hände, die einem beim Händedruck unangenehm sind, sind peinlich. Hilfe kann hier durch Injektionen oder durch eine besondere Microneedling Behandlung mit Radiofrequenz gefunden werden.

Die Schweissdrüsen in der Haut sind mit den Nervenenden des vegetativen Nervensystems verbunden. Dieses steuert ohne unseren bewussten Willen zahlreiche Körperfunktionen, wie Herzrhythmus oder Wärmehaushalt. Bei Stress oder auch bei ungewöhnlich hoher Ruheaktivität des vegetativen Nervensystems können vermehrt Nervenimpulse an die Schweissdrüsen geschickt werden, so dass die Betroffenen selbst bei Kälte schwitzen. Am stärksten geschieht dies, wo die meisten Schweissdrüsen in der Haut zu finden sind. Dies ist in den Achselhöhlen und an den Händen und Füssen der Fall, seltener im Kopfbereich.

Bei hartnäckigem Schwitzen gibt es nebst der operativen Methode, welche wir wegen den Risiken und Nebenwirkungen nicht empfehlen, noch zwei weitere Möglichkeiten der Behandlung.

Botulinumtoxin Injektionen gegen übermässiges Schwitzen

Botulinumtoxin (BTX) ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiss, dessen Wirkung, im Bezug auf die Behandlung von Hyperhidrosis, auf die Blockade der Nervenimpulse zu den Schweissdrüsen beruht. Diese Behandlung zeigt sowohl in der Praxis als auch in klinischen Studien ein gutes bis sehr gutes Ergebnis und über negative Langzeiteffekte wurden weder bei BTX noch bei BTX zur Behandlung der Hyperhidrose berichtet.

Das BTX wird direkt in die zu behandelnde Region injiziert. Den dadurch verursachten Schmerz beschreiben Patienten lediglich als leichtes Brennen. Eine örtliche Betäubung mit einer Creme kann bei Bedarf angewendet werden. Die Wirkung des Botulinumtoxins setzt nach etwa vier Tagen ein, bis zum vollen Effekt dauert es maximal zwei Wochen.

Injektion von BTX in die Achseln

Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass nach 6 – 9 Monaten die Wirkung von BTX nachlässt und eine weitere Behandlung erforderlich wird. Je nach Schwitzmenge sowie individuellem Leidensdruck kann man die Frequenz der Behandlungen variieren. Erfahrungsgemäss finden 1-2 Behandlungen pro Jahr statt. Die Behandlung ist leider noch keine Krankenkassen-Pflichtleistung, wird aber teilweise im Rahmen von Zusatzversicherungen übernommen. Somit muss unter Umständen selbst bezahlt werden.

Radiofrequenz-Needling zur Behandlung von übermässigem Schwitzen in den Achseln

Die Radiofrequenz Thermotherapie (RFTT) ist eine minimal-invasive Methode zur Behandlung von Achselschwitzen. Ziel der Behandlung ist es, die ekkrinen Schweissdrüsen durch Radiofrequenz und Hitze zu deaktivieren. Dieses Verfahren stellt eine wirksame Ergänzung zu den bisherigen Therapiemöglichkeiten dar.

Mit einem Handstück im Stempelverfahren wird Radiofrequenz in die mit Lidocain Gel vorbetäubte Haut der Axillen abgegeben. Die isolierten Goldnadeln dringen dabei kalt in die Haut ein und erzeugen in der Tiefe hohe Temperaturen, durch welche die Schweissdrüsen und Versorgungsnerven zerstört oder geschädigt werden. Eine Schweissreduktion in den Axillen von ca. 50% kann erreicht werden. Man benötigt 3 Sitzungen im Abstand von 4 Wochen.

RFTT Behandlung